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Kategorie: Ausgabe 29. Juli 2014

„Auf den Pfarrer kommt es an.“

Aus einem Beitrag von Reinhard Bingener, F.A.Z. 17.04.2014, S. 1

„[…] eine erkennbare und erreichbare Pfarrerschaft kann für eine Kirche ein immenses  Kapital sein. Wer einen Pfarrer kennt, tritt in der Regel nicht aus der Kirche aus. […] Ist einem der Pfarrer hingegen überhaupt kein Begriff mehr, wird sehr schnell die Abbruchkante der kirchlichen Bindungskraft erreicht. Die Kirchen wären also gut beraten, wenn möglichst viele ihrer Pfarrer möglichst viele Kontakte zu möglichst vielen Mitgliedern hätten – und sie ihre Personalregister darauf durchgingen, bei wie vielen die Stellenbeschreibung  das nicht vorsieht. […] Denn es sind nicht politische Positionspapiere oder gewinnende Auftritte von Bischöfen, die Bindungen erzeugen, sondern der Kontakt  mit dem Pfarrer, vor allem den Gemeindepfarrern. Solche Bindung wird bereits dann gefestigt, wenn der Pfarrer  auf dem Straßenfest ein Grußwort spricht. Vor allem aber entsteht solche Bindung, wenn die Pfarrerin in den Gottesdiensten an Festtagen oder bei Anlässen wie einer Taufe, einer Konfirmation, einer Trauung oder einer Bestattung die richtigen Worte findet. Hier hätte die Theologie ihren vornehmsten Platz.“