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Kategorie: Ausgabe 30. August 2013

Konzentration auf das Kerngeschäft

Um Spitzenpositionen im heißen Konkurrenzkampf globaler Wirtschaft zu behaupten  und auszubauen, expandieren Konzerne.  Freilich, das geht nicht immer gut und hat schon ganz großen unter ihnen  schwere Einbrüche „erwirtschaftet“. Dann  heißt es: Wir müssen uns wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren.  Nun ist die Kirche kein Konzern, aber auch sie ist versucht,  ein möglichst breites Spektrum dessen, was Zeit und Zeitgeist hervorbringt, abzudecken. Damit begibt sie sich auf einen für sie gefährlichen Markt der Möglichkeiten, auch solcher, die nur unter   Preisgabe ihres Auftrages zur Debatte stehen. Der Auftrag ist aber klar definiert.   Bischof  Joachim Wanke, Erfurt, hat kürzlich in Augsburg ein klares Wort dazu gefunden, als er „auf die wichtigste Aufgabe schlechthin“ verwies: „ Das gemeinsame Zeugnis der Christen für das Evangelium.“ Die Kirche soll sich  wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und das heißt für die Verkündigung des Evangeliums in der Welt einstehen. Was ist die Botschaft des Evangeliums? Sie besteht in der guten Nachricht über Gottes Eingreifen in unsere Menschheitsgeschichte und das heißt auch in die Geschichte eines jeden Menschen, der über diese Erde geht.  Paulus hat sie empfangen und  auch zu uns nach Europa gebracht.  In einem Brief an die Christen in Korinth  bringt er sie auf den Punkt: „Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in den heilige Schriften vorausgesagt war, und er wurde begraben. Er ist am dritten Tag vom Tod erweckt worden, wie es in den heiligen Schriften vorausgesagt war und hat sich Petrus gezeigt, danach dem ganzen Kreis der zwölf Jünger… ganz zuletzt ist er auch mir erschienen, obwohl ich das am allerwenigsten verdient hatte … denn ich habe die Gemeinde Gottes verfolgt… Mit den anderen Aposteln bin ich in dieser Sache völlig einig. Wir alle geben die Gute Nachricht so weiter, wie ich es eben angeführt habe, und so habt ihr sie auch angenommen“ (1 Kor 15).  Wenn im Evangelium die Vergebung der Sünden durch Christ Kreuz und Auferstehung verkündigt und allen Menschen als Gottes Gabe angeboten wird, dann heißt das nicht weniger, dass es den neuen Menschen gibt und eine neue Menschheit, die mit ihrem Schöpfer versöhnt miteinander im Frieden leben kann. Das ist die Voraussetzung für eine Welt, in der Recht und Gerechtigkeit aufblühen kann und der tödlichen Bedrohung einer durch Selbstsucht und Gier bestimmten Lebenseinstellung der Boden entzogen wird. Darum muss die Kirche sich auf  den Kern ihres Auftrags besinnen. Ich will mich dem auch nicht entziehen und wünsche ganz besonders unseren Kindern, für die wieder ein neues Schuljahr beginnt, Gottes Segen. TR