< „Wofür also soll sich Israel entschuldigen?“
Kategorie: Ausgabe 23. Dezember 2012

Die Mär vom arabischen Frühling

„Es gibt in unserer Gesellschaft zwei Gruppen, die von Religion nichts wissen oder nichts wissen wollen: Journalisten und Politiker. Nur deshalb konnte sich die Mär vom arabischen ‚Frühling’ verbreiten und wurde für wahr gehalten. Von Anfang an war die Realität eine andere: Konservative islamische Kräfte, Militärs und Islamisten kämpften und kämpfen um die Macht. Dabei ist die Legitimation durch Religion für alle Gruppen unabdingbar, und deshalb werden in jedem Fall Kräfte in der arabischen Welt die Oberhand gewinnen, die von unseren Werten meilenweit entfernt sind. Wörtlich heißt Islam ‚Unterwerfung’ unter Allah. Religion, Politik und Gewalt lassen sich bestens kombinieren, wenn die entsprechenden Gruppen oder Regierungen dies wollen. Man kann ungehindert Druck ausüben mit der Berufung au den Propheten, und man hat eine wunderbare Legitimation: die Religion. Als passiert es jetzt wieder, dass wegen eines schwachsinnigen Videos der Westen seine eignen Grundrechte in Frage stellt, weil Pakistan und in Sudan Hassprediger ihr Süppchen kochen.  Es st zu fragen, weshalb der Westen nicht entrüstet ist und endlich gegen  die massiven Christenverfolgungen in der arabischen Welt vorgeht. Dies scheint niemanden zu interessieren, weder den betenden Barak Obama noch die Pastorentochter Angela Merkel. Man entschuldigt sich gewissermaßen dafür, dass man existiert. Und man fragt sich vor allem, wie das weitergehen soll: Wer definiert denn, was islamfeindlich ist? Ist jetzt jede Kritik am Islam eine Beleidigung des Propheten, die mit Verboten belegt wird? Jahrhundertelang wurde das Christentum einer intensiven (und zumeist berechtigten) Religionskritik unterzogen. Ist das beim Islam verboten?“ (Prof. Dr. Udo Schnelle, Halle; F.A.Z. 27.09.12