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Kategorie: Ausgabe 23. Dezember 2012

Stern über Bethlehem

Ein Wunderstern, von Gott bestellt.


„Die Mitglieder des hohepriesterlichen Clans sowie die Schriftgeehrten, die Herodes im Matthäusevangelium einberuft, verweisen für die Geburt des messianischen Königskindes auf ein – übrigens der Septuaginta, also der griechischen Übersetzung des Alten Testaments nahestehen des – Mischzitat, überwiegende aus dem Buch des Propheten Micha.  Die prophetische Richtungsangabe führt die Magier fort von Jerusalem  nach Bethlehem. Die Weisen erweisen sich dadurch als wahrhaft Weise, dass sie nun nicht mehr nur dem Wunderstern, sondern auch dem prophetischen Wort vertrauen. Die Verhältnisse in dem kleinen und abgelegenen Bethlehem dürften eigentlich kaum ihrem Weltbild entsprochen haben. Ein römischer Aristokrat vom Schlage der Scipionen, denen die Erde insgesamt klein und eng vorkam, hätten sich hier schaudernd abgewandt. Zumal der Stern über Bethlehem nicht nach oben in kosmische Weiten zieht. Er eröffnet auch keine komplentativen, von der Welt distanzierenden oder gar zu Menschenüberdrüssigkeit führenden Perspektiven. Er verweist nach unten auf diese Erde, mitten hinein in äusserlich bescheidene Verhältnisse. Der Weihnachtsstern des Matthäusevangeliums hilft, der Erde treu zu bleiben. Denn, so die Botschaft des Evangelisten, keinen anderen Ort im Universum hat sich die ewige Gott erwählt, um sich in dem Kind von Bethlehem mit den Menschen zu verbinden und ihnen nahe zu sein. So werden di in den Himmel blickenden Magier des Ostens als Gestalten der Weihnacht…, in denen der Autor vielleicht sogar die Elite der „Heidewelt“ versinnbildlichen wollte, zu Kronzeugen des Weihnachtsevangeliums: ‚Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an ..’ (Matthäus 2,10f.).“ (Bernhard Neuschäfer.)